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Bericht: Kazaguruma Demonstration 08.03.2014 in Berlin

Veröffentlicht von Hans (hans) am Mar 17 2014
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Getroffen haben wir uns in Kiel am Hauptbahnhof um 07.15 Uhr und sind von dort für 10,-- € pro Person mit dem Wochenendticket nach Berlin aufgebrochen. Einen Adrenalinschub gab es in Preetz, wo wir unter Körpereinsatz (Einklemmen in die Tür) die pünktliche Abfahrt des Zuges verhindert haben, um Witold das Zusteigen mit seinem gesamten Equipment (Tonne, Fahnen, Taschen…) zu ermöglichen.

Die von in Berlin lebenden Japanern organisierte Demo begann um 13.00 Uhr am Brandenburger Tor mit einer Kundgebung. Für die Opfer von Fukushima wurde eine Schweigeminute eingelegt. Die Eröffnungsreden hielten Mitglieder von Sayonara Nukes Berlin und Antiatom Berlin. Anschließend wurde eine sehr beeindruckende Performance zum Thema Olympische Spiele in Japan geboten, die ein japanischer Tanzlehrer aus Berlin entworfen hat. Tänzerisch und mimisch dargestellt wurden die Vertuschung der tödlichen Gefahren, die von Fukushima und der Atomkraft ausgehen, und die Meinungszensur in Japan – mit tödlichem Ausgang.

Im Internet findet sich diese sehenswerte Performance unter dem Link: mad world dance crew.

Auf dieser Kundgebung und dem anschließenden Demonstrationszug waren wir von der Fukushima Mahnwache Schönberg (FukuMaWa-Schönberg) weithin gut sichtbar. Blickfänger waren unsere weißen Schutzanzüge, unsere neuen gelben Warnwesten mit darauf gemalten japanischen Schriftzeichen (mi yama für Schönberg) und ein neues Banner. Bei unserer bekannten  Aktion „Wind weht, Sonne scheint – Atomkraft tötet“ haben wir in Berlin erstmals ein großes Schwungtuch mit der roten Antiatomkraftsonne als zentrales Bildmotiv eingesetzt. Bei dem Ausruf „Atomkraft tötet!“ sind wir alle darunter verschwunden.  An dieser Stelle danken wir Peter Morgenstern ganz herzlich für die künstlerische Umsetzung aller unserer Ideen.

Der bunte und friedliche Demonstrationszug ging vom Brandenburger Tor bis zur japanischen Botschaft. Ein Zwischenstopp wurde am Potsdamer Platz mit einem weiteren Redebeitrag eingelegt. Die Demonstration hat auch dort auf das Fukushima Desaster aufmerksam gemacht und wir wurden von vielen Sightseeing-Busteilnehmern fotografiert. Man kann nur auf die Langzeitwirkung dieser Fotos bei späteren Betrachten hoffen, die unsere Botschaft in die Welt tragen.

 Während des Demonstrationszugs skandierten wir rhythmisch japanische Parolen:
„ Genpatsu Hantai“ – gegen AKW, „Saikado Hantai“ – gegen Wiederinbetriebnahme, „Kodomo o mamolé“ – Kinder schützen, „Shizen o mamolé“ – Natur schützen, „Umi o yogosuna“ – das Meer nicht verschmutzen.

Am Rande: Das Wetter hat mit seinen Möglichkeiten mit demonstriert. Die Sonne schien und der Wind wehte.

Vor der japanischen Botschaft fand die Abschlusskundgebung statt. Ein Brief an die japanische Regierung mit Appellen gegen die Atomkraft wurde dem Botschafter bereits am Vortag übergeben. Als mahnende Symbole haben wir dort zahlreiche Kazagurumas in den Boden gesteckt.
Da sich die japanische Regierung nicht entblödete, ausgerechnet am 3. Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima zu verkünden, abgeschaltete Atomkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen, galt es, ein deutliches Zeichen des Widerstands aus Deutschland zu setzen – auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020! Es war gut und wichtig, dass wir uns daran beteiligt haben.

Frauke Stoltenberg-Goecke

Zuletzt geändert am: Mar 17 2014 um 9:28 PM

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