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Katastrophenschutz-Aktionswoche vom 8. – 15. Juni 2013

Veröffentlicht von Hans (hans) am Aug 08 2013
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In beiden Orten wurden wir von offizieller Seite freundlich begrüßt: in Heikendorf von der Marktleitung und in Preetz vom Bürgermeister persönlich. Das Ansehen unserer Schönberger Bürgerinitiative ist offensichtlich positiv, das freut und bestätigt uns.

Wir hatten Plakate vorbereitet zu den möglichen, je nach Wetterlage unterschiedlichen Abluftfahnen und Radionuklidfreisetzungen, simuliert am Beispiel eines atomaren Unfalls des AKW Brokdorf. Andere Plakate zeigten potentielle Auslöser eines Kernkraftwerksunfalls auf, wie Hochwasser, Deichbruch, Schiffskollision und beschrieben den daraufhin zu befürchtenden Verlauf einer Katastrophe. Diese Plakate waren gute Blickfänger und waren auch geeignet, um mit Menschen, die davor stehen blieben, in ein Gespräch zu kommen.

Die bei .ausgestrahlt bestellten „Jodtabletten“ nebst Beipackzettel wurden interessiert angenommen und boten ebenfalls guten Anlass für ein Gespräch. Flankierend hierzu haben wir auch Informationen verteilt zu radioaktiven Isotopen und ihren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Die gelben Luftballons und Bonbons mit der lachenden Anti-Atom-Sonne fanden vor allem bei Kindern Anklang.

Insgesamt haben wir auf beiden Märkten ca. 300 Flyer „Krebs durch Atomkraft“ (Umweltinstitut München) an Menschen weitergereicht, eine Ärztin erbat sich sogar eine größere Menge davon, um sie im Wartezimmer ihrer Praxis auszulegen.

Der von uns entwickelte Fragenkatalog erwies sich als zu umfangreich für die Leute, die ja vor allem ihre Markteinkäufe machen wollten. Aber einige von ihnen waren bereit, zu ausgewählten Fragen Stellung zu nehmen oder die Bögen mit nach Hause zu nehmen und dort in Ruhe zu lesen.

Da etliche Jugendliche und Familien besonders in Preetz so offen nachfragten und sichtlich Interesse an unserer Arbeit besteht, erwägen wir, ob wir nicht dort regelmäßig, z. B. einmal im Quartal, mit einem Infostand auftreten.

Wir hoffen, dass wir mit unseren Aktionen einigen Menschen die Augen geöffnet haben über die komplette Untauglichkeit des offiziellen Katastrophenschutzes im Falle einer Atomkatastrophe oder sie zumindest darüber ins Nachdenken gebracht haben. Denn alle Jodtabletten, Fluchtrouten, Evakuierungspläne, Dekontaminierungsvorschriften sind unangemessen angesichts der verheerenden Zerstörungskraft bei einem solchen Unfall und des daraus folgenden Chaos und unermesslichen Leidens und sind nur geeignet, um die Gefahr zu verharmlosen, die von Atomkraftwerken ausgeht.

Der Verlauf eines atomaren Unfalls und seine Folgen übersteigen jegliches menschliche Vorstellungsvermögen. Daher beginnt der einzige wirksame Katastrophenschutz mit der sofortigen Abschaltung aller Atomkraftwerke.

Ulrike Schulz

Zuletzt geändert am: Aug 08 2013 um 6:49 AM

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